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Die Havel, ein ruhiger Binnenfluß mit einer Länge von 340 km, durchquert mit gemächlicher Fließgeschwindigkeit die Stadt Brandenburg und bietet den Wassersportfreunden durch die größte seenartige Verbreitung auf ihrer Reise zur Mündung ein Naturerlebnis, welches vielerorts seinesgleichen sucht. Alle Seen sind durch die Havel, Kanäle oder Fließe verbunden und stellen somit einen fast sternförmigen Verbund rings um die Havelstadt dar. Die Seenlandschaft der Stadt Brandenburg gehört zum Gebiet der Märkischen und Berliner Gewässer , die gemeinsam mit der angrenzenden Mecklenburger Seenplatte das größte, zusammenhängende Binnenwassersportrevier Europas bilden.

Der verträumte und im Verlauf noch wenig befahrene Beetzsee mit zahlreichen stillen Anker- und Uferbuchten ist ein typischer eiszeitlicher Rinnensee, der meist nur eine Breite von einigen hundert Meter aufweist. An drei Stellen (Strenge) hat er sogar nur Flußbreite, so daß der Beetzsee wie eine Aneinanderreihung von mehreren Seen wirkt.
Mitten in der Altstadt an der Homeyenbrücke beginnt der See als Kleiner Beetzsee seinen Verlauf zur Beetzsee-Riewendsee-Wasserstrasse mit ca. 22 km Länge. Hier haben direkt hinter der Brücke die Segler der SG Einheit e.V. ihr Domizil. Ihr Bootshaus am Wasser lockt mit Gastronomie. Der Strand am Grillendamm nebenan ist beliebter Treffpunkt Brandenburger Badelustiger. Eine Besichtigung der Sumpfzypressenallee am Grillendamm unweit des Doms ist sehr zu empfehlen. Die stattlichen Bäume wurden 1841 bzw. 1910 gepflanzt und haben somit teilweise beeindruckende Dimensionen. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet gilt diese Allee auch im Naturdenkmalführer als einzigartig. Quert man den Silokanal in Höhe der Brandenburger Schleuse ( km 55 UHW ), beginnt der erste längere Teilabschnitt des Beetzsees. Backbord hinter dem Durchstich befindet sich sich das Gelände des Märkischer Seglerverein Beetsee e.V. Einige hundert Meter entfernt, kurz nach dem großen Beetzseestrand, erhebt sich der Zielturm und die Zuschauertribüne der Regattastrecke, die Austragungsort bedeutender nationaler und internationaler Wettkämpfe war und ist. Ein herausragendes Event waren die Juniorenweltmeisterschaften, die vom 1.8.-6.8.2005 hier stattfanden. Auf diesem Gelände beheimatet ist der Segelclub Märkischer Adler. Aber auch das Restaurant Mesegios lädt dort mit einer kleinen Steganlage seine Gäste von seewärts ein. Vorbei an der Bade- und Ankerinsel Hünensteg, von den Einheimischen scherzhaft "Acapulco" genannt, passiert man das Hotel "Seehof" , das über eigene Bootsanlieger und einen Badestrand verfügt.
Daran anschließend beginnt ab km 3,3 bis km 4,3 eine Wasserskistrecke und kleine Strände an beiden Seiten des Ufers laden zum Baden ein. Wiederum einige hundert Meter backbord voraus ragen großzügige und moderne Steganlagen vom Wasserwanderrastplatz und Ausflugsrestaurant "Bollmanns`" in den See.
Bugwärts erheben sich über den dichten Schilfrand die roten Dächer der Beetzseegemeinde Radewege, die seeseitig vorbei zwischen grüner Tonne und Strand erreichbar ist. Die schöne, überdachte Seebrücke mit Gästeanliegern sowie ein Fischerrestaurant an der Ablage machen hier ebenfalls das Verweilen gemütlich. Gegenüber der Anliegestelle ist in der Ferne der kleine FKK-Strand zu sehen. Der Radeweger Bucht schließt sich der erste schmale Streng an, der an km 7,4 durch die Pählbrücke, die Mötzow und Butzow landseitig verbindet, führt und Segler dazu zwingt, den Mast zu legen. Belohnt wird diese Mühe durch ein fast gänzlich neues Revier, das am Steuerbordufer mit seinem Waldreichtum, am Backbordufer durch die anmutige Silhouette des kleinen Straßendorfes Butzow fasziniert. Sehenswert im Ort ist die neoromanische Kirche oder die Fränkische Hofanlage sowie das Schloß im Ortsteil Mötzow. Anlieger nutzen meist den Strand des Campingplatzes oder den benachbarten Bootslieger, um zu einen kleinen Imbiss zu gelangen.
Dem Verlauf des Sees im Bogen folgend, grüßt die Bockwindmühle der Gemeinde Ketzür am Horizont mit ihren Flügeln. Ihre Besichtigung lohnt ebenso, wie die der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Dorfkirche. Am Strand gelegen ist ein kleines Gartenrestaurant aber auch nur 400 m vom Ortsstrand entfernt riecht es nach frischen, hausgemachten Kuchen aus Christel`s Cafe. Für die Segler heißt es wieder Mastlegen - zwischen den Stangen etlicher Fischreusen schlängelt sich der Lünower Streng am Ortsteil Grabow vorbei. Die Domstiftgüter Grabow und Mötzow sind bekannt für ihren natürlichen Spargelanbau. Und wer will, der kann im Hofladen des Gutes frische ländliche Produkte erwerben oder im Restaurant im Schafstall rustikale Spargelgerichte genießen.
Eine alte Brücke der einstigen Westhavelländischen Eisenbahn, die als eingleisige Kleinbahn bis 1969 die Beetzseedörfer und Brandenburg verband, bildet das Nadelöhr im Streng. Weiträumige Schilfflächen säumen backbords das Fließ, um schließlich den Blick auf eine anmutige Hügellandschaft, umwoben von gelb leuchtenden Feldern, freizugeben. Der Flachsberg und der Kirschberg flankieren am linken Ufer die größzügige Wasserfläche dieses Seeabschnittes. Zwischen den dicht stehenden Nadelbäumen am Hang des Flachsberges schimmern Zelte und Campingwagen , am Strand wiegen sich die Boote am Anlieger des gastlichen Campingplatzes. Steuerbord ragen die Dächer von Lünow hervor. Dem Typ nach ist es ein Gassendorf mit Gut. Wir passieren hier die Möweninsel, ein bronze- und slawenzeitlicher Siedlungsplatz, der zu den geschützten ur- und frühgeschichtlichen Bodenaltertümern gehört. Ein Anliegen an der Insel ist nicht gestattet.
Hinter der Insel weitet sich die Wasserfläche bauchig aus und verleitet zu einer Kreuz bis Bollmannsruh. Der Ferienkomplex "Bollmannsruh" ist mit der Kinder- und Jugendbildungsstätte, versehen mit großem Strand, Steg, Cafe und Unterkünften sowie dem Advena Hotel zu einer beachtenswerten Größe des Beetzseetourismus geworden.Am hauseigenen Hotelanleger machen gelegentlich Ausflugsschiffe aus dem entfernten Brandenburg fest. Oft jedoch ist man auf diesem Seeteil fast allein auf dem Wasser und kann ungestört in ruhiger Natur ankern. Unweit des Hotels nähert man sich dem letzten Streng der langen Reise, der genau zwischen den Ortschaften Bagow und Päwesin verläuft. Um Grundberührung zu vermeiden sollte man sich äußerst backbords halten, die letzte Tonne vor der Einfahrt beachten und bis zur Brücke immer am linken Ufer bleiben. Das Dorf Bagow, in tonreicher Umgebung gelegen, ist vor allem durch seine neurenovierte Dorfkirche und das denkmalgeschützte Gutshaus mit dazugehörigem Gutspark "derer von Ribbeck" bekannt. Um einen schönen Panoramablick über die weite Beetzseelandschaft zu haben, empfielt sich ein Aufstieg auf den 60 m hohen Mühlenberg. In der am rechten Ufer gelegenen Hauptortschaft Päwesin lohnt ein Besuch der Dorfkirche mit einer Orgel, geschaffen von Johann Friedrich Thurley sowie der verschiedenen markanten Vierseitenhöfe. Hinter der Brücke kann man dem noch heute tätigen Fischermeister bei seiner Arbeit über die Schulter schauen oder einen Blick in die bis an das Ufer reichenden ländlichen Höfe werfen.
Der letzte See der Wasserstraße liegt vor uns. Der Riewendsee hat eine schöne blaue Färbung und gutes Badewasser. Schmal zieht er sich am hügeligen Ufer entlang. Ein kleiner Strand steuerbord liegt genau gegenüber des großen Badestrandes der Ferienanlage "Alte Ziegelei". Auf der großen Liegewiese tummeln sich Urlauber, Finnhäuser stehen einladend im Terrain, eine große Kastanie spendet den Gästen im Biergarten des Restaurant`s kühlenden Schatten. Spezialitäten der Gaststätte, die sich im ehemaligen Meisterhaus der Ziegelei befindet, sind das Spanferkelessen im Garten und Spargel aus eigenem Anbau. Am nördlichen Schilfende, hinter dem sich die noch gut erkennbaren Wälle einer großen slawischen Burganlage befinden, verflacht der See . Das Ende der Beetzsee-Riewendsee-Wasserstraße ist erreicht.

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